“Tock Fiction 2017″ – Teilnehmerbericht

Tock Fiction 2017

Anfang April diesen Jahres schickte mir mein Freund JP einen Link für das Angelturnier „Tock-Fiction“ mit dem herausforderndem Wort: „NA?“ Meine Antwort kam genau acht Minuten später: „Bin dabei! Meld uns an!“

Ohne viel zu überlegen, was uns erwartet und ohne jegliche Turniererfahrungen unsererseits sind wir ins kalte Wasser gesprungen. Was soll bei 35€ Startgeld und einem Wochenende ganz im Zeichen der Raubfische schon schief gehen?

Als der Entschluss zur Teilnahme feststand hab ich mir dann auch mal die Seite vom „Tock-Fiction angesehen und war sofort angetan von der Idee und den Gewässern.
Es sollte darum gehen, an 1,5 Tagen vier verschiedene Raubfischarten, Hecht, Zander, Barsch und Rapfen, mit Kunstködern vom Ufer zu beangeln. Die Gewässer sollten zwischen Zwolle und Zuthpen rund um die Ijssel in den Niederlanden sein. Soweit, so gut, da wir generell gerne in der Gegend fischen und auch schon einige Spots kannten. Bis zu dem Zeitpunkt waren unsere Holland-Trips aber eher dem Zander gewidmet und so mussten wir uns natürlich auch noch entsprechende Spots für die anderen Fische suchen.

Aber der Reihe nach. Aus der anfänglichen Idee und dementsprechend regem Schriftverkehr, kamen wir auf den Trichter, dass es sinnvoll wäre für ein solches Turnier, und die damit verbundene Vorbereitung nach einem sinnvollen Sponsor zu suchen. Ein guter Freund aus der Heimat hatte schon seit längerem Kontakt zu einem Gummi-Schmied aus der Nähe und hat sich zu einer Kontaktherstellung bereit erklärt.
Auf dem Wege sind wir an die ostfriesische Köder-Manufaktur von Ingo de Jonge gekommen, welche den klangvollen Namen „Baitme“ besitzt.
Nachdem ich Ingo von unsere Idee und dem Turnier berichtet habe, war er sofort Feuer und Flamme und schmiss sofort seine TockSick Maschinerie an und ich habe glaube ich in so kurzer Zeit noch nie so viele verschiedene Köderfarben und Vorschläge gesehen wie in den folgenden zwei Monaten. Einfach beeindrucken mit was für einer Perfektion und Hingabe manche Leute an Wünschen, Ideen und Vorschlägen arbeiten. Egal was für Farbvorschläge von uns kamen, Ingo machte es möglich.

Das kam uns natürlich sehr entgegen, denn sowohl die Gummifische entsprachen mehr als unseren Erwartungen als auch die Kosten konnten wir dadurch im Rahmen halten. Die Ijssel gibt, die Ijssel nimmt. Wie bei jeglicher Angelei an Buhnen versenkt man doch eine Menge an Ködern.

Von der Fängigkeit der Tock-Sicks aus dem Hause Baitme konnten wir uns auch relativ schnell ein eigenes Bild machen. In der Vorbereitung auf das Turnier habe ich eigentlich zu 85% die Köder geangelt um das Vertrauen zu bekommen und kann behaupten, dass diese in keiner Weise den zahllosen Gummifischen von der Stange nachstehen.

Die ersten Fische konnten über die Maschen geführt werden und unser Vertrauen in Spots und Köder wuchs.

Das Turnier rückte näher und die Vorbereitungen waren weitestgehend abgeschlossen. Kompletter Wahnsinn mit was für einer Ausrüstung man als Amateur zu so einem Wettbewerb fährt. Ich möchte nicht den finanziellen Wert wissen, der dort während des Turniers in den Autos lag……

TOCK-FICTION

Am Freitag sollte also der Anreisetag sein und unser Spannung stieg natürlich enorm an. Fragen über Fragen häuften sich. Welche Taktik, welche Köder, welches Wetter und so weiter. Naja Das Auto war mittags beladen und nach einem kurzen Abstecher zum Angelhändler sollten wir gegen 16:30 am Campingplatz ankommen. Nachdem wir uns beim Orga-Team angemeldet haben und uns das Starterpaket ausgehändigt wurde, haben wir erst mal das Zelt aufgebaut und uns ein wenig eingerichtet. Hat dank der Vorbereitung von JP auch bestens geklappt. Grill an, Bier auf, Ruten montieren, Taktik nochmal durchgehen und andere Angler kennenlernen waren die Punkte die den Rest des Abends bestimmen sollten.

Samstag um 05:00 morgens war dann auch schon wieder aufstehen angesagt, weil um 05:15 die Karten ausgeteilt wurden und die Köder ab 06:00 im Wasser sein sollten.

Wir waren dann auch tatsächlich eines der ersten Teams das im Auto unterwegs war und sind wirklich pünktlich zum angeln gekommen.

Der Plan war: bis 11Uhr die Buhnen auf Zander abklopfen, danach an die Kanäle und den Hechten nachstellen. Barsch und Rapfen waren auf unserer Agenda erstmal in den Hintergrund gerückt.
Die erste Buhne verschaffte uns allerdings direkt Bauchschmerzen. JP´s ersten beiden Würfe wurden mit Abrissen belohnt und bei mir tat sich an der ersten Buhne auch gar nix. Kein Zupfer, kein Hänger null….ätzend.
Aber wie so oft, neue Buhne bedeutet neues Glück und so war es dann auch bei uns. Erster Wurf, Absinkphase, TOCK! Anhieb…..hängt nicht. Naja immerhin der erste Kontakt zu den gestreiften Freunden war hergestellt und während ich das noch denke sinkt der TockSick „Irish Bastard“ wieder ab und….Tock-Anhieb-FIIIIISCH…junge was eine Aufregung. So ein Drill in einem Turnier ist nochmal ne Spur aufreibender. Naja es hat alles gepasst und ein 47er Zetti war schonmal auf der Haben-Seite. Da die Fische direkt in die Turnier-Gruppe gepostet werden sollten, sahen wir auch dass es erst der zweite maßige Zander der Tages war und dass machte uns natürlich Hoffnung. Was danach bei diesem Buhnenfeld passierte, war einfach nur bitter. Wir fingen echt eine gute Stückzahl an Zettis, nämlich 9 Stück, allerdings sind wir da wohl in die Kinderstube geraten. Wirklich ärgerlich bei so einem Event zwar im Fisch zu stehen aber nur die kleinen zu bekommen. Naja alle Köderwechsel halfen nix und zu guter letzt hat uns der Wettergott auch noch einen richtig schönen Gruß geschickt.
Komplett nass beschlossen wir der Ijssel den Rücken zu kehren und es am Nachmittag nochmal zu versuchen.
Eine Hechtstrategie hatten wir uns natürlich auch zurecht gelegt und waren der Meinung, dass man an den angrenzenden Kanälen mit grossen Ködern wie Blech, Gummi und Plastik, die Brücken und die anliegenden Schilfgürtel abangeln sollte. Das bedeutet natürlich viel Fahrerei und lief eher schlecht als recht. Nach zwei Stunden ohne nennenswerte Aktivität beschlossen wir uns zu einer Mittagspause um Frust ab- und Motivation aufzubauen.
Mit neuer Kraft und einem Plan in der Tasche machten wir uns also an die nächsten Spots und das klappte auch tatsächlich. An der zweiten Brücke nach der Pause verzeichnete JP den ersten Biss und kaum 10 Minuten später konnte ich auch den ersten Esox landen. Mit 54cm zwar eher ein halbstarker, aber immerhin ein maßiger Fisch. Nach so einem Wertungsfisch geht die Motivation natürlich direkt durch die Decke und all Wetter und Kleinfisch ist vergessen. Zumindest für einen Augenblick.
Die 50 Meter vor und hinter der Brücke wurden dann auch noch durchpflügt, brachten aber nichts mehr ein.
Noch 3 Stunden bis zum Abpfiff und wir wollten ja auch noch den Zettis einen Besuch an der Ijssel abstatten. Also einen Spot noch und das war ein echter Nackenschlag. Auf der einen Seite der Brücke schoss ich meine Köder ins Wasser und auf der anderen JP, von dem auf einmal der ersehnte Ruf „Fisch!!!!!!“ kam, um direkt wieder zu rufen „Weg!“ Die Zahnabdrücke ließen auf einen 50-60cm Hecht schließen, was ja wieder Punkte für die Tabelle bedeutet hätte. Damit aber nicht genug. Ich habe dann versucht mit einem Shaker die Stelle nochmal anzuwerfen und bekam tatsächlich einen harten Biss. Wie ein Schraubstock. Ich hab zwar angeschlagen, aber der Hecht hat zwischen Stinger und Jighaken einen Krater mit seinen Zähnen hinterlassen. Der Fisch wird bestimmt 80cm gehabt haben, aber hätte, hätte bringt jetzt auch nichts mehr. Ab da war meine Motivation im Keller. Zwei Wertungsfische in 10 Minuten vergeigt. Schlimmer geht’s doch nicht am ersten Tag. Die weiteren Würfe waren vergebens!

Wie bereits erwähnt, haben wir dann vergebens noch die Zander besucht. Alles in Allem ein gebrauchter Tag mit viel Pech, schlechtem Wetter und vieeeel Wind.

Abends haben wir von den Mitstreitern erfahren, dass auch bei denen viele „Schniepel“ gefangen wurden und es auch Teams gab die den ganzen Tag Schneider geblieben sind. Immerhin hatten wir zwei Fische schonmal in der Wertung.
Abends war dann Buffet und danach wurde noch ein wenig geklönt.

Nach einer erneut kurzen Nacht sind wir dann mit einer ähnlichen Strategie in den Sonntag gestartet, wobei der Zeitdruck nochmal härter ins Gewicht schlug. Kurze vier Stunden konnten zum angeln genutzt werden. Nachdem auch an diesem morgen die Zander klein waren haben wir nochmals unsere Hechtstellen vom Samstag angefahren um vor allem die beiden verlorenen Fische noch zum Landgang zu überreden. Klappte natürlich nicht und somit vergingen die vier Stunden relativ ereignislos. Erwähnenswert ist, dass wir zumindest alle vier Fischarten noch zusammenbekommen haben.

Wir brauchten keine Glaskugel um zu wissen, dass wir mit den Top-Ten-Plätzen nichts zu tun haben würden, aber zur Siegerehrung wollten natürlich trotzdem. Am Ende sind wir 29. geworden und haben damit immerhin 21 Teams hinter uns gelassen. Das Ergebnis war für uns vollkommen zufriedenstellend, gerade weil es unser erstes Turnier war und wir überhaupt nicht wussten, was auf uns zukommen würde. Traurig natürlich, dass die beiden Hechte uns doch in höhere Gefilde gespült hätten, aber das ist nun mal Angeln.

Abschließend wollen wir ein großes Dankeschön an Ingo aussprechen, dafür dass er uns mit so vielen Gummis versorgt hat. Sie haben sich sowohl in der Vorbereitung als auch im Turnier als wirklich fängig erwiesen und bleiben auch weiterhin eine feste Größe in unseren Köderboxen.

Nächstes Jahr greifen wir nochmal an und dann soll es auch weiter nach oben gehen.

Petri

Simon und JP

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